Ausgegraben beim Bib-Sitzstreik

Jonas und Michl von Ausgegraben waren am Montag, den 4. Juni hautnah beim großen Sit-In gegen die Kürzung der Bibliotheksöffnungszeiten, die am 1. Juni in Kraft getreten ist.

Es ist Montagabend, 20 Uhr. Im allgemeinen Lesesaal der Universitätsbibliothek Regensburg sollten jetzt eigentlich die Türen geschlossen sein und die Studierenden gebeten werden, das Gebäude zu verlassen. Nicht aber an diesem Abend.

Ein Sit-In ist geplant, gemeint ist jedoch eigentlich ein Sitzstreik. Die Studierenden der Universität wurden im Vorhinein aufgerufen, sich daran zu beteiligen, um gemeinsam als Studierendenschaft ein Zeichen zu setzen.

Der Lesesaal ist nicht voll aber auch nicht leer, ca. 40 Studentinnen und Studenten bleiben eisern auf ihren Plätzen sitzen und verharren. Es sind viele Fachschaften und hochschulpolitischen Organisationen vertreten. Viele haben sich etwas zu lesen oder zu lernen mitgenommen.

Um kurz nach 20 Uhr (also bereits nach offizieller Schließung) ruft ein Security Angestellter der Universität, ob die Anwesenden freiwillig gehen möchten, oder ob die Polizei gerufen werden soll. Nach einem Gespräch der Verantwortlichen der Kampagne mit den Angestellten der Universität, kann die Situation erstmal entspannt werden. 20 Minuten später sitzen die Anwesenden bei einem Plenumsgespräch zusammen und die Regeln für den Abend werden durchgesprochen.

Es wird nochmal ausdrücklich gesagt, dass es sich um ein friedlichen und durchdachten Protest handelt und nicht um eine Pöbelei – kein Alkohol, kein Essen im Lesesaal und auch keine Randale. Weiterhin wird ausgehandelt und herum gefragt, bis wann der Streik andauern soll und was getan wird, falls die Polizei wirklich kommt. Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob es Interessenten an einer wöchentlichen Durchführung solcher Sit-Ins gibt. Es gibt sie! Wer also diesen Termin verpasst hat und auch mitmachen möchte kann nächste Woche am Montag Abend um 20 Uhr in der Universitätsbibliothek wieder dabei sein.

Als um kurz nach  halb neun weitere Security Mitarbeiter in die Bibliothek kommen, steht fest: die Studierenden dürfen bleiben! Ab und zu wird jemand vorbei kommen und nach dem Rechten sehen, aber es wird weder die Polizei gerufen, noch das Licht ausgemacht. Viele sind erleichtert und auch sehr froh dass dieser Protest friedlich verlaufen darf. Das war den Verantwortlichen ein großes Anliegen. Es gibt einen Workshop zum Thema Hochschulpolitik und manche haben sich mit einem Buch zurückgezogen. Wir sprechen noch mit ein paar Teilnehmern und führen Interviews.

Zusammenfassend konnte mit diesem friedlichen Sit-In ein wichtiges Zeichen der Studierendenschaft gegen die neuen Bibliotheksöffnungszeiten gesetzt werden.  Die Verantwortlichen und die Teilnehmer zeigten sich zufrieden und sprechen von diesem Abend als eindeutigen Erfolg.

-> Nächsten Montag um 20 Uhr findet der nächste Sit-In im allgemeinen Lesesaal statt.

– Jonas Trautner und Michael Pichlmeier 

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